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Überlingen 2021: Die erste Landesgartenschau am Bodensee

ÜBERLINGEN, DEN 28.4.2021

Nach langem Warten und einem Jahr Verspätung wird die Landesgartenschau Überlingen am Freitag, 30. April, von Minister Peter Hauk, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, eröffnet. Alle Geländeteile sind ab 9 Uhr geöffnet. Es ist die 28. Landesgartenschau in Baden- Württemberg.

Das geänderte Infektionsschutzgesetz macht eine Öffnung der als botanischer Garten eingestuften Landesgartenschau unabhängig von einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 möglich. Veranstaltungen sind bislang bis einschließlich 16. Mai nicht gestattet, die Indoor-Ausstellungsbeiträge, das heißt auch die Blumenhalle, bleiben derzeit geschlossen, ausgedehnte Spaziergänge sind möglich, die Natur steht im Augenblick in schönster Pracht. Bei einer Inzidenz unter 100 wird die Bundesnotbremse gelöst und die dann gültigen Bedingungen umgesetzt. In allen Ausstellungsbereichen gibt es ein gastronomisches Angebot to go.

Über die Eröffnung freut sich auch Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Endlich können wir in das Blütenmeer am „badischen Meer“ eintauchen. Unsere Seelen lechzen sprichwörtlich nach einer Rückkehr zu einer gewissen Normalität. Die Landesgartenschau ist ein wichtiges Signal dafür. In Überlingen ist es dabei gelungen, die schöne natürliche Kulisse des Bodensees und seiner einladenden Orte am Ufer ökologisch wie touristisch nochmals aufzuwerten. Herzlichen Glückwunsch dazu“, sagte die Staatssekretärin bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

Nachhaltig für die Stadt

Mit der Landesgartenschau wird vor allem der neue Uferpark eingeweiht. Und es werden zwei neugestaltete innerstädtische Gärten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die bislang hinter Stadtmauern weitestgehend verborgen waren. „Wichtig für uns als Stadt ist natürlich das, was nach der Landesgartenschau bleibt: Wertvolle Grünanlagen, direkte Seezugänge, eine naturnahe Ufergestaltung und neue Spiel- und Freizeitangebote“, so Oberbürgermeister Jan Zeitler. „Denn die Landesgartenschau ist viel mehr als dieses Ausstellungsjahr. Letztlich ist es ein städtebauliches Förderprogramm. Wir haben in erster Linie qualitativ hochwertige Grünflächen angelegt und dank der Landesgartenschau wird Überlingen unter anderem um drei attraktive Spielplätze reicher sein.“

Vernetzte Grünsysteme zu schaffen war neben dem Uferpark ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Landesgartenschaukonzepts in Überlingen. Die dauerhaft geschaffenen Grünflächen bestehen aus drei innerstädtischen Gärten: Villengärten, Menzinger Gärten, Rosenobelgärten. „In der gelungenen Verzahnung zwischen dem Uferpark im Westen der Stadt und den anderen, sehr unterschiedlichen Ausstellungsflächen und der Innenstadt besteht der besondere Reiz“, so Geschäftsführer Roland Leitner: „Die Besucher lernen die ganze Stadt Überlingen mit all ihren schönen Seiten kennen. Durch dieses vernetzte Grün profitiert die Stadt nicht nur viel im Ausstellungsjahr, sondern auch dauerhaft.“

Grün statt Grau

Das Förderprogramm „Natur in Stadt und Land“ des Landes Baden-Württemberg fokussiert stets auf nachhaltige Stadtentwicklung und die Umwandlung von Konversions- in Grünflächen. Das ist auch in Überlingen der Fall. Grün statt Grau heißt die Devise, denn am westlichen Stadteingang, wo seit dem offiziellen Spatenstich im Oktober 2016 ein naturnah gestaltetes Ufer entstanden ist, gab es zuvor überwiegend versiegelte Flächen mit einer Baustoffhandlung, Lagerflächen, einer Tankstelle, Straße und Parkplätzen. Für den sechs Hektar großen Uferpark wurden der dort ebenfalls ansässige Campingplatz geschlossen, die Bahnhofstraße verlegt und eine 750 Meter lange Mauer, vorwiegend aus Beton, abgetragen.

Uferpark

Durch die Landesgartenschau erhält Überlingen einen dauerhaften, rund sechs Hektar großen Uferpark am westlichen Stadteingang mit attraktiven Freizeit- und Spielbereichen sowie einer dauerhaften Gastronomie. Der Park schafft mit seiner naturnahen Ufergestaltung großflächig neue Seezugänge und Freiräume. Die Vielfalt der Gehölzstrukturen wurde wiederhergestellt. Eine Besonderheit ist die Ansiedlung des Strandrasens in einem Teil des Flachufers. Der Strandrasen am Bodensee ist besonders schützenswert. Hier blühen unter anderem das Bodensee-Vergissmeinnicht und die Strand-Schmiele, zwei Arten, die weltweit (fast) nur noch hier vorkommen und massiv vom Aussterben bedroht sind. Rund 16 000 Einzelpflanzen wurden eingesetzt und gedeihen prächtig, so auch der hier heimische Schnittlauch.

Villengärten

Die lange Zeit wenig gestaltete Grünfläche am See wurde neu angelegt und auch hier wurde ein neuer Spielplatz gebaut sowie das künftige Pflanzenhaus, in dem nach der Landesgartenschau vor allem die wertvolle Kakteensammlung der Stadt Überlingen dauerhaft untergebracht wird.

Menzinger Gärten

auf die Gärten, die Stadt und den See und mit einem neuen Spielplatz.

Rosenobelgärten

Die Kleingärten beim Rosenobelturm liegen für die Allgemeinheit unzugänglich hinter verschlossenen Türen. Das wird sich mit der Landesgartenschau ändern. Dieser besondere Ort wird nach der Umgestaltung geöffnet und vor allem wird der Rosenobelturm wieder begehbar und zu einem einzigartigen, 18 Meter hohen, Aussichtspunkt auf die Stadt und die Umgebung.

Der Grundstein für die Landesgartenschau wurde im Oktober 2012 gelegt, als die Landschaftsarchitektin Marianne Mommsen, relais LA (Stuttgart/Berlin) den europaweit ausgeschriebenen Ideen- und Realisierungswettbewerb gewonnen hatte, der die Basis für die weitere Planung des Uferparks bildete. Nachdem der Siegerentwurf feststand, rief die Stadt Überlingen unaufgefordert zum Bürgerentscheid über die Planung auf: Am 28. April 2013 sagten 59,6 Prozent der stimmberechtigten Überlinger Ja zur Landesgartenschau. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 52 Prozent.

Bürgerwünsche wurden realisiert

Umfangreiche Bürgerbeteiligungen gab es unter anderem zur Frage, was sich die Bürgerinnen und Bürger, auch Kinder und Jugendliche, für den Uferpark nach 2021 wünschen. Auch hier flossen die Anregungen in die Planung ein: Der Kleinkinderspielbereich wurde auf Wunsch von beteiligten Eltern von der großen Spiellandschaft getrennt und mit Hecken umgrenzt, Kinderseilbahn, Slackline und Workout-Station werden, mit großer finanzieller Unterstützung des Freundeskreises der Landesgartenschau Überlingen, ebenfalls realisiert.

Städtische Umbauprojekte sind fertig

Längst vollendet sind die sogenannten städtischen Korrespondenzprojekte, die ohne Landesgartenschau nicht oder nur viel später hätten realisiert werden können. Damit hat die Landesgartenschau der Stadt und der Region einen spürbaren Entwicklungsschub verliehen. In Überlingen wurden im Zuge dessen der Mantelhafen, die Uferpromenade und der Landungsplatz mit den

Schiffsanlegestellen neu und vor allem barrierefrei gestaltet. Dafür gab es rund 460 000 Euro Förderung aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes.

Die beiden stärksten Tourismusmagnete am Bodensee hat die Landesgartenschau Überlingen, neben vielen anderen Kooperationspartnern, an ihrer Seite: die Blumeninsel Mainau und die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB). „Ich bin davon überzeugt, dass wir 2021 mit dem Dreiklang LGS, Insel Mainau und BSB ein unschlagbares touristisches Angebot für die gesamte Bodenseeregion machen können und damit auch nachhaltig die Region in den Fokus rücken“, ist Überlingens Oberbürgermeister Jan Zeitler überzeugt. Eine eigene LGS-Schiffsanlegestelle, Kombitickets, Veranstaltungen, Werbe- und Vertriebskooperationen sowie gärtnerische Beiträge, wie ein Mainau-Garten auf der Landesgartenschau, sind die Säulen der gemeinsamen Anstrengungen für ein erfolgreiches Jahr 2021.

Die Bodensee-Schiffsbetriebe sind zudem Classic Partner im Sponsoring und haben für das Landesgartenschaujahr die Mole als Anlegestelle Überlingen-West ausgebaut, direkt beim Kirchenschiff und unmittelbar beim Uferpark.

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